Konzept

Pädagogisches Konzept

Unsere Aufgaben und Ziele
Die frühe Kindheit ist eine entscheidende Zeit in der Entwicklung des Menschen. Die Gestaltung eines Raumes, in dem Kinder diese Zeit verbringen können, ist eine höchst bedeutsame Aufgabe. Für unsere Kindertagesstätte steht diese Aufgabe im Mittelpunkt der Arbeit aller Beteiligten. Wir betrachten es als unser wichtigstes Ziel, den Kindern einen geschützten Raum voller Anregungen und Unterstützung zu bieten, in dem sie sich mit ihren Stärken und Schwächen frei entfalten, ihre Fähigkeiten erproben und sich in der Kindergartengemeinschaft zu selbständigen und eigenverantwortlichen Individuen entwickeln können. Um diese Ziele zu erreichen, wollen wir kooperativ und offen zusammenarbeiten.

Individualität unterstützen
Jedes Kind ist willkommen und bringt sich mit seinen individuellen Kompetenzen und Eigenschaften in unser Haus ein. Wir begegnen jedem Kind mit Wertschätzung. Um den Kindern vielfältige, ihren Bedürfnissen angemessene Entwicklungsbegleiter zu sein, orientieren wir uns an unterschiedlichen pädagogischen Richtungen. So finden sich in unserem Konzept immer wieder Anlehnungen an die Waldorf- bzw. die Montessoripädagogik.

Unsere Schwerpunkte
„Hui – der Kinderkeller“ ist eine Kindertagesstätte, die sich durch zwei Schwerpunkte auszeichnet:
Im Mittelpunkt steht für uns die Familiennähe. Wir leben in engem Austausch und Kontakt mit den Familien. Wir binden die Eltern in die Mitgestaltung des Kindergartens ein; die Eltern sind aufgefordert, ihre Talente und Zeit für den Kindergarten einzusetzen. Die Kinder sollen sich aufgehoben fühlen wie in einer Familie, in der es ältere und jüngere Kinder gibt, die auf einander Rücksicht nehmen und sich ergänzen. Unser anderer Schwerpunkt ist die Natur. Wir spielen draußen in der Natur und holen die Natur zu uns herein, indem wir Materialien sammeln und mit ihnen unsere Kita gestalten. Wir gehen ganze Vormittage in den Wald, essen dort, beobachten die Natur, klettern, hören auf die Geräusche der Tiere und Pflanzen, sensibilisieren alle Sinne für die Erscheinungen der Natur. Für unseren Garten säen wir, pflanzen die Setzlinge aus, ernten die Früchte und verarbeiten sie weiter. Wir legen Wert auf natürlich angebautes und hergestelltes Essen.

Die Struktur
Grundsätzlich besteht das Ziel, die Kinder in der altersgemischten Gruppe zu betreuen und zu fördern. Diese Betreuungsform, die einen familienergänzenden/familiennahen Ansatz bietet, ermöglicht den Kindern eine hohe Betreuungskontinuität bezüglich der Beziehung zu den ErzieherInnen, dem Aufbau sozialer Kontakte und Freundschaften zwischen den Kindern und dem Heimisch werden am Ort. Da sich durch die Altersmischung die Kinder in ihren Entwicklungs- und Betreuungsansprüchen ergänzen, ist eine qualifizierte und individuelle Betreuung der Kinder möglich.
Die Jüngeren erhalten Anregungen, Unterstützung und Hilfe durch die Älteren und lernen, auch die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen und irgendwann darauf Rücksicht zu nehmen.
Konkret wird dies im Morgenkreis sowie beim Spielen und Aufräumen, wo die Jüngeren durch Beobachtung und Nachahmung neue Bewegungsabläufe entwickeln. Die Älteren Kinder erproben und vertiefen ihre sozialen Fähigkeiten, können Vorbilder sein und lernen, die jüngeren Kinder mit einzubeziehen. Diese positive Erfahrung erleben durch die Altersmischung auch Kinder, die in einigen Bereichen in ihrer Entwicklung verzögert sind: „Ich darf sein, der ich bin und werden, der ich sein kann.“
An verschiedenen Stellen im Wochenablauf werden die Kinder in altersgerechte Kleingruppen aufgeteilt und erhalten die Möglichkeit, dem jeweiligen Alter entsprechende Aktivitäten zu entwickeln und so im geschütztem Rahmen die Räume und die Gruppe zu erkunden. Die konkreten Beispiele hierfür finden sich in den einzelnen Unterpunkten.
Unabhängig von der Altersstruktur bilden sich kleine interessengeleitete Gruppen; hier wird die Eigeninitiative der Kinder aufgenommen und von den Erziehern begleitet. So lernen die Kinder auf ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu hören und für sich zu sorgen. Z. B. kann sich ein erschöpftes Kind wenn es möchte, zurückziehen. Ein Kind, das sich austoben muss, kann das mit Begleitung im Garten tun.
In den Übergangsphasen (z. B. Entwöhnung vom Mittagsschlaf) dürfen erschöpfte Kinder auch mal bei der mittäglichen Entspannung einschlafen. In der Entspannungszeit werden die Kinder altersgerecht aufgeteilt und es werden ruhige Aktivitäten angeleitet (z. B. Traumreisen, Klangschalen, Massagen, Bücherrunde…).

Eingewöhnung
Uns ist es wichtig den Eltern und Kindern die Möglichkeit zu geben, schrittweise in den Tagesablauf der Kita hineinzuwachsen, um eine gegenseitige Vertrauensbasis zu schaffen.
Der erste Kontakt zwischen ErzieherInnern und Familien findet an einem „Begrüßungsnachmittag“ statt. Vor Beginn der Aufnahme bieten wir regelmäßige Spielnachmittage für Eltern und Kind an. In der Phase der Eingewöhnungszeit bekommt jedes Kind/Familie eine Bezugsperson, die es begleitet. Wir orientieren uns dabei am „Berliner-Eingewöhnungsmodell“, d. h. dass jedes neu aufgenommene Kind in der ersten Phase von einem Elternteil in der Gruppe begleitet wird. In der nachfolgenden Phase erfolgt ein erster Trennungsversuch. Je nach Wohlbefinden des Kindes erfolgt dann eine langsame Steigerung der Trennungszeit. Die Reaktionen des Kindes sind Kriterien für die Fortsetzung oder den Abbruch des Trennungsversuches. Damit verschaffen wir den Kindern Sicherheit und diese Sicherheit verschafft Wohlsein und lässt die Kinder blühen.